Gemeindeverbund

Dünkirchen

Ziel der Zusammenarbeit

Als Reaktion auf die Krise der Industrie in den 1980er Jahren und auf die wachsende Sorge der Bürger*innen um die Luft- und Umweltqualität entschieden sich die Akteur*innen der Region für einen regionalen Zusammenschluss und für industrielle Ökologie.

Die Auszeichnung des Projekts „Dunkerque, l’Énergie créative“ („Dünkirchen, kreative Energie“) durch das nationale Programm Territoires d’innovation markiert den Beginn einer neuen Etappe dieser Zusammenarbeit und soll der industriellen Ökologie neue Impulse verleihen. Ziel ist es, wirtschaftliche Entwicklung, sozialen Zusammenhalt und den Erhalt der Umwelt miteinander in Einklang zu bringen. Das Zukunftswerk schlägt vor, die Herausforderungen und Lösungen der Führung, des Zusammenschlusses und der Leitung der Akteur*innen dieses umfangreichen bereichsübergreifenden Projekts zu untersuchen, sowie dessen Umsetzung in die Praxis, die ökologischen Wandel und Resilienz miteinander in Einklang bringt.

Wirtschaftliches Profil
Politischer Hintergrund

Das Industrie- und Hafengebiet von Dünkirchen spielt eine wichtige Rolle. Die Hauptbeschäftigung ist in der Industrie, die 30 % der privaten Angestellten ausmacht (17 % in ganz Frankreich).

Steckbrief

  • 17 Gemeinden, 196.901 Einwohner
  • Region Hauts-de-France
  • Ökologischer Wandel & wirtschaftliche und soziale Resilienz
  • Industriekrise & Luft-, Umweltqualität
  • Industrielle Ökologie
  • 1985 - 2030

„Dunkerque, l’Énergie créative“

Das Projekt wurde von einer territorialen Allianz eingereicht, die aus einer städtischen Agglomeration, der „Communauté Urbaine de Dunkerque“, und einem ländlichen Gemeindeverbund, der „Communauté de Communes des Hauts de Flandres“, besteht.

Das Projekt sieht den Einsatz von 15 operativen Maßnahmen vor, die in 4 Säulen unterteilt sind:

Energiewende

Industrielle und regionale Ökologie

Luftqualität

Vernetzung und regionale Intelligenz

Komplexer Ansatz

Weit davon entfernt, ein eigenständiges Projekt zu sein, ist es Teil eines umfassenderen Ansatzes für den ökologischen Wandel der Region. Sein Ziel ist es, eine neue Dynamik der regionalen Zusammenarbeit und der nachhaltigen Entwicklung im Dienste der Lebensqualität zu initiieren, indem ein dynamisches Ökosystem geschaffen und Impulse für neue Maßnahmen gegeben werden. Das Schlüsselwort ist Innovation.

Bürgerschaftliche Dimension

Die in der CUD vernetzten Städte haben bereits Erfahrung mit Dialog und Bürgerbeteiligung durchgeführt. Die Stadtgemeinschaft möchte nun die Beteiligung der Einwohner*innen stärken und denkt über gemeindeübergreifende Lösungen nach. Vor kurzem wurde eine Plattform « Changer la vie ensemble » erstellt. Im Rahmen des Projekts „Dunkerque, l’Énergie créative“ wird dies die Schaffung neuer Workshops und Mechanismen beinhalten.

Die Geschichte des Projektes

1985

Aufbau eines Fernwärmenetzes von fast 40 Kilometern . Es gewinnt die Abwärme des Stahlwerks von Arcelor Mittal, um den Energieverbrauch zu senken und die Treibhausgasemissionen zu begrenzen.

1985

1993

Erstellung eines industriellen Umweltplans im Rahmen eines Agglomerationsvertrags zwischen dem Staat, der Region und der CUD, um Umweltbelange als Priorität in die industrielle Entwicklung zu integrieren.

1993

1999 - 2001

Vorstudie „industrielle Ökologie“ über das Industrie- und Hafengebiet und Gründung des Vereins EcoPal. Dieser Verband bringt fast 150 Unternehmen und lokale Behörden zusammen und arbeitet an der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft, indem er die Bündelung von Ressourcen für die Sammlung und das Recycling von Industrieabfällen fördert.

1999 - 2001

2002

Weiterer Ausbau des Fernwärmenetzes.

2002

2007 - 2009

Bestandsaufnahme der Industrieströme durch EcoPal zur Schaffung neuer Synergien.

2007 - 2009

2008

Einrichtung des Réflex’energie-Programms zur Unterstützung von Haushalten bei der energetischen Sanierung ihrer Häuser. Dieses Programm folgt auf die erste französische Thermografie-Studie, die 2004 durchgeführt wurde.

2008

2012

Einführung eines ökologisch-solidarischen Preissystems für Leitungswasser, das den Preis nach verbrauchten Mengen differenziert. Die Verbraucher*innen sind sparsamer geworden, der Gesamtverbrauch ist bereits im ersten Jahr um 14 % gesunken.

2012

2014

Auszeichnung Cit’Ergie Gold (eine von fünfzig freiwillig teilnehmenden europäischen Städten).

2014

2018

Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel.

2018

2019

„Dunkerque, l’Énergie créative“ ist Siegerprojekt des Programms „Territoires d’innovation“ mit geplanten Zuschüssen in Höhe von über 37 Mio. € durch die „Banque des Territoires“ bei einer Gesamtinvestition von 288 Mio. € über 10 Jahre.

2019
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Travaux réalisés avec le concours financier du Programme d’investissements d’avenir