Gemeindeverbund

Dünkirchen

Ziel der Zusammenarbeit

Als Reaktion auf die industrielle Krise der 1980er Jahre sowie auf die wachsende Sorge der Bürger*innen um Luft- und Umweltqualität, entschieden sich die lokalen und regionalen Akteur*innen für einen regionalen Zusammenschluss und für industrielle Ökologie.

Im Jahr 2019 erfolgte die Auszeichnung der Initiative „Dunkerque, l’Énergie créative“ („Dünkirchen, kreative Energie“) durch das nationale Programm „Territoires d’innovation“ („Innovationsgebiete“). Dies markierte den Beginn einer neuen Etappe der Zusammenarbeit und lieferte zugleich neue Impulse für die industrielle Ökologie. Ziel unserer Zusammenarbeit ist es, die wirtschaftliche Entwicklung, den sozialen Zusammenhalt sowie den Erhalt der Umwelt miteinander in Einklang zu bringen. Dazu untersuchen wir die umfangreichen Herausforderungen und Lösungsansätze dieser bereichsübergreifenden Initiative. Im Fokus stehen deren Umsetzung in die Praxis, die Zusammenarbeit im Gemeindeverbund sowie die Einbindung der lokalen und regionalen Akteur*innen.

Wirtschaftlicher Kontext
Politischer Kontext

Das Industrie- und Hafengebiet Dünkirchen spielt nicht nur regional eine tragende Rolle für die Wirtschaft des Landes. Hauptarbeitgeber ist die Industrie mit 30 % der Privatangestellten (entspricht 17 % des Landes).

Steckbrief

  • 17 Gemeinden, 196.901 Einwohner
  • Region Hauts-de-France
  • Ökologischer Wandel & wirtschaftliche und soziale Resilienz
  • Industriekrise & Luft-, Umweltqualität
  • Industrielle Ökologie
  • 1985 - 2030

Initiative „Dunkerque, l’Énergie créative“

Die Initiative „Dunkerque, kreative Energie“ ist ein gemeinsames Projekt der städtischen Agglomeration „Communauté Urbaine de Dunkerque“ (CUD) und des ländlichen Gemeindeverbunds „Communauté de Communes des Hauts de Flandre“ (CCHF).

Die Initiative sieht 15 Maßnahmen vor, die in vier Säulen unterteilt sind:

Energiewende

Industrielle und regionale Ökologie

Luftqualität

Vernetzung und regionale Intelligenz

Komplexe Herangehensweise

„Dunkerque, kreative Energie“ ist keine eigenständige Initiative, sondern Teil eines umfassenderen Ansatzes für ökologischen Wandel in der Region. Dabei gilt es, Impulse für neue Maßnahmen zu geben sowie eine neue Dynamik in der regionalen Zusammenarbeit und nachhaltigen Entwicklung herzustellen. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Schaffung eines dynamischen Ökosystems und die Steigerung der Lebensqualität. Das Schlüsselwort lautet Innovation.

Bürgerschaftliche Dimension

Die im Gemeindeverbund Dünkirchen (CUD) vernetzten Städte haben bereits Dialoge unter Beteiligung der Bürger*innen durchgeführt. Nun möchte die Städtegemeinschaft die Einbeziehung lokaler und regionaler Akteur*innen weiter stärken und gemeindeübergreifende Lösungen finden. Dafür rief sie kürzlich die Plattform „Changer la vie ensemble“ ins Leben. Weitere Maßnahmen und Workshops befinden sich in Planung.

Die Geschichte des Projektes

1985

Aufbau eines Fernwärmenetzes mit einem initialen Umfang von knapp 40 Kilometern zur Sicherung der Abwärme des Stahlwerks Arcelor Mittal. Zielsetzung: Den Energieverbrauch senken und die Emission von Treibhausgasen begrenzen.

1985

1993

Erstellung eines industriellen Umweltplans im Rahmen eines Agglomerationsvertrags zwischen dem Staat, der Region und dem Gemeindeverbund Dünkirchen. Zielsetzung: Die Umweltbelange prioritär in die industrielle Entwicklung zu integrieren.

1993

1999 - 2001

Vorstudie zu „industrieller Ökologie“ im Industrie- und Hafengebiet Dünkirchen und Gründung des Vereins EcoPal. Dieser umfasst knapp 150 Unternehmen und lokale Behörden. Zielsetzung: Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft durch die Bündelung von Ressourcen für die Sammlung und das Recycling von Industrieabfällen.

1999 - 2001

2002

Ausbau des Fernwärmenetzes.

2002

2007 - 2009

Bestandsaufnahme der Industrieströme durch EcoPal. Zielsetzung: Die Schaffung neuer Synergien.

2007 - 2009

2008

Einrichtung des Programms „Réflex’energie“ in Folge der ersten französischen Thermographie-Studie aus dem Jahr 2004. Zielsetzung: Unterstützung von Haushalten bei der energetischen Sanierung ihrer Häuser.

2008

2012

Einführung eines ökologisch-solidarischen Preissystems für Leitungswasser. Zielsetzung: Die Preise nach verbrauchter Menge differenzieren und Wasser einsparen. Resultat: Bereits im ersten Jahr sank der Gesamtverbrauch um 14 %.

2012

2014

Auszeichnung „Cit’ergie Gold“ (unter 50 teilnehmenden europäischen Städten).

2014

2018

Einführung der kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

2018

2019

Auszeichnung der Initiative „Dunkerque, kreative Energie“ im Rahmen von „Territoires d’innovation“. Geplante Zuschüsse in Höhe von über 37 Mio. € durch die „Banque des Territoires“. Gesamtinvestitionssumme: 288 Mio. € über 10 Jahre.

2019
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Travaux réalisés avec le concours financier du Programme d’investissements d’avenir