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Bio-regionale Ernährungskreisläufe entwickeln

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Cantine scolaire scolaire
Légende
Foto: deutsch-französisches Zukunftswerk
Accroche / Aufhänger
Kann der Speiseplan die Erde retten? Einblicke aus dem zweiten Resonanzraum des Deutsch-Französischen Zukunftswerks.
Contenu / Inhalt
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Lebensmittelkonsum ist europaweit für 20 bis 30 Prozent der Umweltauswirkungen verantwortlich. Ernährung ist somit aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit zentral, und dabei ein für Bürger:innen zugängliches Alltagsthema. Täglich fällen wir Entscheidungen, wo wir welche Lebensmittel einkaufen, wie wir sie verarbeiten und was letztendlich auf unseren Tellern landet. Viele Handlungen im Kleinen können hier eine beachtliche Wirkung entfalten.

Zahlreiche Kommunen in Deutschland und Frankreich haben erkannt, dass eine lokale Ernährungswende eine Hebelwirkung zu mehr Nachhaltigkeit entfaltet, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Sie entwickeln zusammen mit der Zivilgesellschaft innovative Strategien, um mehr bio-regionale Produkte in den Umlauf zu bringen, und Konsument:innen wie auch Produzent:innen für nachhaltige Ernährung zu sensibilisieren. So hat zum Beispiel die Kleinstadt Mouans-Sartoux in Südfrankreich die Kantinen ihrer öffentlichen Schulen und Kindergärten auf 100% Bio umgestellt. Dafür hat die Gemeinde eigens Land gekauft, welches sie sogar in Eigenregie bewirtschaftet. Gleichzeitig hat die Stadt ein kommunales Zentrum für gesunde Ernährung eingerichtet, welches sich um Ernährungsbildung und -dialog vor Ort kümmert.

Chiffres-clés / Schüsselzahlen
Chiffre / Zahl
20 à 30%
Description associée / Beschreibung
Lebensmittelkonsum ist europaweit für 20 bis 30 Prozent der Umweltauswirkungen verantwortlich
Chiffre / Zahl
100%
Description associée / Beschreibung
des repas servis dans les cantines scolaires publiques de Mouans-Sartoux sont bio
Titre de la section / Titel
Doch wie kann man solche Initiativen in die Breite tragen?
Texte / Text

In drei Sitzungen des sogenannten Resonanzraums des Deutsch-Französischen Zukunftswerks diskutierten Expert:innen aus Deutschland und Frankreich im Januar 2022, wie kommunale Initiativen im Bereich nachhaltige Ernährung durch nationale Rahmenbedingungen unterstützt und befördert werden könnten.

Die vielfältige und intensive Diskussion drehte sich unter anderem um diese Fragen: Sollte es im Europarecht eine Ausnahmeregelung vom Grundsatz des fairen Wettbewerbs für den Bereich Ernährung geben, beispielsweise um biologischen Lebensmitteln einen Wettbewerbsvorteil einzuräumen? Wie kann ein Gütesiegel oder eine geschützte Ursprungsbezeichnung mehr Regionalität und Qualität in öffentlichen Vergaberichtlinien fördern? Wie können kleine Landwirt:innen unterstützt werden, die innovative und nachhaltige Anbautechniken ausprobieren möchten? Wie kann das Vorkaufsrecht von Gemeinden gestärkt werden, um Kommunen den Erwerb von Flächen für Ökolandbau zu erleichtern?

In den verschiedenen Sitzungen betonten unsere Expert:innen die Bedeutung von klaren und geteilten Verantwortlichkeiten zwischen Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft, ebenso wie die zentrale Rolle einer Koordinierungsinstanz, einer „Kümmerfunktion“, die den Dialog zwischen den Akteur:innen gestaltet. Auch die Frage der Zuständigkeiten zwischen kommunaler und nationaler Ebene wurde thematisiert. Ernährung ist keine dezidierte Aufgabe der Kommunen, und finanzielle Förderung aus nationalen Rahmenprogrammen sind oft projektgebunden. Nächster Schritt des Resonanzraums ist deshalb die Entwicklung von möglichst konkreten Handlungsempfehlungen für die nationale Ebene, um nachhaltige Ernährung als Querschnittsthema in Kommunalverwaltungen und lokalen Zivilgesellschaften zu verankern. Dazu kommen die Mitglieder des Resonanzraums Ende Februar erneut zusammen.