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Partnerstädte des Zukunftswerks treiben drei neue Themen voran: Auf geht’s!

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Teilnehmende des Auftakttreffens befüllen gemeinsam ein Poster mit Ideen aus dem Gespräch.
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Workshop während des Auftakttreffens mit Vertreter:innen aus Lyon, Marburg und Team vom Zukunftswerk I Foto: Rolf Schulten
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Wie schaffen es Kommunen in Deutschland und Frankreich, ihre Stadtentwicklung nachhaltig zu gestalten und welchen Herausforderungen begegnen sie dabei? Die Partnerkommunen des Zukunftswerks, Siegen, Pau, Marburg, Lyon, München und Dünkirchen, werden in den nächsten Monaten wichtige Einblicke in ihre Arbeit geben. Im September haben sie sich in Berlin kennengelernt und erste gemeinsame Arbeitsthemen identifiziert.
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Gleiche Themen + unterschiedliche Ansätze = großes Interesse

Gerade wegen der unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten interessierten uns die Perspektiven der Kommunen auf Themen wie Flächenverbrauch, Mobilität, Gebäudesanierung und Governance. Nach den 10-minütigen Inputs der einzelnen Städte wurde schnell deutlich, inwiefern die Städte trotz aller Unterschiede voneinander lernen können: Pau und Marburg wollten mehr darüber erfahren, wie es der Stadt Siegen gelang, eine große Parkplatzfläche in der Innenstadt zurückzubauen und dabei auch noch mit den Bürger:innen eine Abrissparty zu feiern. München fragte, wie Lyon es geschafft hat, die Radwege so schnell auszubauen. Gleichzeitig war Lyon sehr interessiert an dem Ansatz der sogenannten Handlungsräume aus München, der das lokale Stadtteilmanagement mit den großen Zielen der Stadtentwicklung verbindet. „Und wieviel Potential steckt in den verbindlichen Leitlinien aus Marburg für nachhaltiges Bauen und Flächennutzung?“, fragten Vertreter:innen aus Siegen und Pau.

Doch es ging eben nicht nur um Erfolge

Natürlich haben wir uns auch der Frage gewidmet, mit welchen Schwierigkeiten die Kommunen ringen. Die Teilnehmenden einigten sich auf drei gemeinsame Herausforderungen, die in gemischten Kleingruppen mit Blick auf Lösungsansätze tiefergehend diskutiert wurden:

Wie begegnen Städte der Herausforderung, dass Projekte zur Stadtentwicklung oft länger dauern als politische Mandatsperioden?

Der Austausch setzte den Fokus auf die Wirkung von Leitlinien wie dem parteiübergreifenden Grundsatzbeschluss aus Marburg, bis 2030 klimaneutral zu sein. Ein ambitioniertes Ziel, an dem keine politische Kraft mehr vorbeikommt. Die Gemeinde Pau stellte einen anderen Ansatz vor: Um das Silodenken einzelner Kommunen eines Gemeindeverbundes zu überwinden, entwickeln hier alle 31 Bürgermeister:innen der Communauté urbaine Strategien des Klimaschutzes in einem gemeinsamen Seminar.

Wie können Anreize bzw. Verhandlungsstrategien aussehen, um private Eigentümer:innen für die klimagerechte Sanierung vom Gebäudebestand zu gewinnen?

Der Austausch konzentrierte sich auf den begrenzten Handlungsspielraum von Kommunen bei der Beschleunigung von klimagerechter Sanierung und dem Ausbau von Photovoltaikanlagen bei Privateigentümer:innen. Zwar handele es sich um eine Frage des Gemeinwohls, dennoch habe man hier keine rechtlichen Möglichkeiten. Die Empfehlung aus München: Kommunen sollten Vorbild sein und beispielsweise kommunale Dächer selbst mit Photovoltaikanlagen ausstatten oder diese für Energieprojekte der Bürger:innen freigeben. Ein zentrales Problem bleibt weiterhin das Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Denkmalschutz.

Wie können Kommunen mehr Bewusstsein für den Klimanotstand schaffen?

Im Grunde formulierte die Kleingruppe zwei Ansätze:

  1. Um möglichst viele Bürger:innen mitzunehmen, müssen wir offen kommunizieren, dass die Transformation notwendig ist, um sich an den Klimawandel anzupassen. Dünkirchen machte zum Beispiel sein Modellprojekt, den kostenlosen Nahverkehr, im öffentlichen Raum sichtbar.
  2. Manchmal lohnt sich auch Mut und „einfach machen“. München beschrieb dafür ein Beispiel, wo die Stadtverwaltung den größtmöglichen Handlungsraum genutzt hat für Pop-Up-Radwege und die Umnutzung von Parkplätzen für die Außengastronomie. Diese „geschaffenen Tatsachen“ wurden unter den Bürger:innen schnell beliebt.

Nach dem Austausch ist vor dem Austausch

Aus den vielen Gesprächen haben wir drei Dialogreihen für den aktuellen Arbeitszyklus formuliert. Innerhalb dieser Reihen werden wir diverse (Online-) Dialoge planen, die den Fokus auf die konkreten Erfahrungen von je ein bis zwei Städten legen:

  1. Senkung des Energieverbrauches von Gebäuden
  2. Flächenverbrauch und Mobilität
  3. Beschleunigung der Transformation in bestehenden städtischen Räumen

Die gewonnen Erkenntnisse der gemeinsamen Dialoge und Forschungsaktivitäten sind die Grundpfeiler für die Identifizierung politischer Handlungsempfehlungen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit: Pau, Siegen, Dünkirchen, Marburg, Lyon und München - Bis ganz bald!

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Eindrücke aus dem Auftakttreffen

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Eine Teilnehmerin einer Kleingruppe spricht in ein Mikrofon
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In einer Kleingruppe tauschen sich Vertreter:innen aus Siegen, Pau, Marburg und München aus. I Foto: Rolf Schulten
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35 Teilnehmende sitzen in einem Stuhlkreis.
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Das Auftakt-Treffen findet statt in der Berliner Stadtwerkstatt. Ein Raum für partizipative Stadtentwicklungsprojekte I Foto: Rolf Schulten
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Gruppenfoto mit sitzenden und stehenden Teilnehmenden
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Alle Teilnehmenden des Auftakt-Treffen und die beiden Co-Direktoren des Deutsch-Französichen Zukunftswerkes. I Foto: Rolf Schulten