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Erfolge der partizipativen Kulturarbeit

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Entstehungsgeschichte unserer Handlungsempfehlungen
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Personen zeigen einen Patchworkteppich auf einer Halde.
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In Loos-en-Gohelle fertigte 2009 das Gemeinschaftsprojekt „Loos Ch'tricote“ einen riesigen Wollschal an, um den Aufnahmeantrag des Kohlereviers in die Liste des UNESCO-Welterbes zu unterstützen. Nachdem bereits zahlreiche Einwohner:innen an der Herstellung des Schals beteiligt waren, wurde eine Menschenkette aus 400 Freiwilligen gebildet, um den Schal bis zum Gipfel entfalten zu können. Foto: Deutsch-Französisches Zukunftswerk
Accroche / Aufhänger
Das Deutsch-Französische Zukunftswerk ruft die deutsche und die französische Regierung dazu auf, partizipative Kulturarbeit als wirksamen Hebel für die sozial-ökologische Transformation anzuerkennen und zu fördern. Indem sie dazu beiträgt, die Verbundenheit der Bürger:innen mit einem Ort zu stärken und Räume für Ausdruck und Kooperation zu eröffnen, schaffen partizipative kulturelle Ansätze den Nährboden für eine nachhaltige Mobilisierung rund um die lokale Transformation.
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 Warum gerade diese Empfehlung?

Diese Empfehlung beruht auf den Beobachtungen des Deutsch-Französischen Zukunftswerks zu kommunalen Strategien, die darauf abzielen, den Zuspruch und das Engagement der Bürger:innen für lokale Transformationsprojekte zu fördern.

Loos-en-Gohelle gilt in Frankreich als Vorzeigekommune der nachhaltigen Entwicklung und des ökologischen Wandels. Für ihre Transformation „von schwarz nach grün“ – weg von der Kohle hin zu erneuerbaren Energien – verfolgte die rund 6 700 Einwohner:innen zählende Kleinstadt eine originelle Strategie: Nach der Schließung der Förderschächte in den 1980er Jahren setzte die Kommunalverwaltung auf Resilienz durch Kultur. Dem durch das Ende der Kohleförderung hervorgerufenen Orientierungsverlust der Bevölkerung setzte sie eine partizipative Kulturpolitik entgegen, die auf die Anerkennung und Aufwertung der Erinnerungsarbeit, der lokalen Werte und des traditionellen Wissensschatzes der Region abzielte. Ein Symbol dafür sind die „Gohelliaden“ (Les Gohelliades), ein partizipatives Kulturfestival, das 1984 ins Leben gerufen wurde und die Einwohner:innen jährlich dazu einlädt, ihre kollektive Geschichte in Szene zu setzen.

Kultur(arbeit), zunächst als ein Instrument der Erinnerungsarbeit und Emanzipation eingesetzt, wurde nach und nach zentral für die lokale Politikgestaltung in Loos-en-Gohelle. Durch die Schaffung von Räumen des Ausdrucks und gemeinsamen Handelns stärkten partizipative Kulturansätze das Engagement der Einwohner:innen für ihr lokales Lebensumfeld. Motiviert durch die Aufwertung ihrer Identität und Geschichte wurden die Bürger:innen immer stärker in die lokalpolitische Schwerpunktsetzung und Politikgestaltung der „Ära nach der Kohle“ eingebunden. Die ökologische Ausrichtung der Kommunen wurde gemeinsam beschlossen. Aus Schauspieler:innen (Frz.: acteur), die ihre Geschichte auf der Bühne erzählten, wurden so handelnde Einwohner:innen, die sich als befähigte und aktive Akteur:innen in die Mitgestaltung ihrer Stadt einbringen.

In der ehemaligen Industriestadt Zeitz im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt), die seit 1989 mit Problemen wie Abwanderung, Überalterung der Bevölkerung und Leerstand zu kämpfen hat, trägt eine dynamische Kulturbranche in den letzten Jahren zum Wandel der Stadt bei. Ein wichtiger Akteur ist der Verein Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e.V., dem die Stadtverwaltung das historische Klostergelände vor den Toren Zeitz’ zur Verfügung stellt. Um das Image der Stadt aufzupolieren und sie durch Kunst und Kultur neu zu beleben, organisiert der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2013 zahlreiche und vielfältige Kultur- und Bildungsangebote, die die Bewohner:innen dazu einladen, sich gemeinsam mit der Zukunft ihrer Stadt zu beschäftigen.

Auch das sächsische Dorf Nebelschütz ­– nach der Wende ebenfalls von einer tiefen Krise geprägt – verfolgte eine Strategie der kollektiven (Wieder-)Aneignung der Geschichte, der Identität und des lokalen Wissens. Das vom Rathaus getragene Projekt des ökologischen Wandels wird von kulturellen und künstlerischen Aktivitäten begleitet und genährt, die die Bewohner:innen einladen, an regionale Traditionen anzuknüpfen und zusammen eine Zukunftsvision für den Ort zu entwickeln.

Diese und viele andere Beispiele zeigen, dass das Instrument der partizipativen Kulturarbeit bereits von Kommunen als Hebel für eine inklusive und dauerhafte Mobilisierung für die Entwicklung eines Ortes anerkannt und eingesetzt wird. Doch ihr Potenzial für den ökologischen Wandel wird noch zu wenig erkannt und genutzt. Die Umsetzung einer solchen Strategie erfordert spezifische Ressourcen und Kompetenzen, über die Kommunen nur selten verfügen.

Das Zukunftswerk empfiehlt daher, lokale partizipative Kulturarbeit als Hebel für sozial-ökologische Transformation und entscheidenden Faktor für wirtschaftliche und soziale Resilienz anzuerkennen und ihre Nutzung durch Städte und Gemeinden zu fördern. Daher schlägt das Zukunftswerk die Einrichtung einer Beratungsstelle vor, die Gemeinden für den Nutzen partizipativer Kulturarbeit für die Regionalentwicklung sensibilisieren und bei der Umsetzung solcher Ansätze begleiten soll.

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„Die Menschen haben ein so starkes Bedürfnis, ihre Wut, ihr Gefühl der Ungerechtigkeit, ihren Schmerz auszudrücken! Es ist absolut notwendig, Räume für diesen Ausdruck zu schaffen. Wir müssen diese Energie nutzen, um Maßnahmen zu ergreifen und Innovationen zu wagen.“

Geoffrey Mathon, stellvertretender Bürgermeister von Loos-en-Gohelle

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Lesen Sie unsere Analyse der Rolle von partizipativen kulturellen Ansätzen in der Transformation von Loos-en-Gohelle: Studie des Zukunftswerks zu Loos-en-Gohelle. Der Einsatz von Kultur für eine Region im Wandel