Der Wasserstoffbus in Pau: ein Reallabor

Ville / Stadt
Pau
Thème(s) / Themen
Mobilitätswende
Energiewende
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carte de l'Europe
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LWA
Do., 26.01.2023 - 17:24
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Flußansicht Pau
Légende
Foto: via Canva
Accroche / Aufhänger
In Pau fahren die öffentlichen Verkehrsmittel nun mit lokal produziertem Wasserstoff. Langfristig soll dieser zu 100 Prozent von den Sonnenkollektoren der Stadt gespeist werden. Diese ersten Erfahrungen nähren die nationalen Überlegungen zum Potenzial von Wasserstoff, aber auch zu Strategien der Stadterneuerung und des Energiewandels im weiteren Sinne.
Date de publication / Veröffentlichungsdatum
01.10.2022
Einwohner
161.706 im Ballungsraum Pau Béarn Pyrénées (2019)
Region
Nouvelle-Aquitaine
Contenu / Inhalt
Titre / Titel

Was Pau als Initiative auszeichnet

Texte d'introduction / Einleitungstext

Pau hat den Schritt in die Wasserstoffmobilität gewagt. Fébus ist das weltweit erste Schnellbussystem, das mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie betrieben wird und neben Wasserdampf keinerlei giftigen Emissionen ausstößt. Die Busse werden automatisch mit 100 Prozent lokal erzeugtem Wasserstoff aufgeladen. Seitdem der Fébus Ende 2019 in Betrieb genommen wurde, stieg die Zahl der Fahrgäste auf der 6 km langen Buslinie zwischen Bahnhof und Krankenhaus von Pau um 20 Prozent an. Das Projekt hat sich zu einem echten Motor für eine nachhaltige Stadtplanung entwickelt.

Accordéons
Titel
Neuer Bus, neue Stadt: Das Nahverkehrsnetz transformiert die urbane Landschaft
Description / beschreibung

Mit seinem Wasserstoffbus ist Pau ein Real-Life-Labor für die Energiewende. Das neue Wasserstoffbusnetz ist eine zentrale Achse des Stadtprojekts Pau 2030, das auf die Stadterneuerung mehrerer Stadtteile und die Umwandlung ehemaliger Industrieflächen abzielt: Stadtteile entlang der Strecke werden renoviert, Flächen begrünt, Radwegen wird mehr Platz eingeräumt, um den Energieverbrauch zu senken. Luftverschmutzung reduzieren, Verkehrsachsen begrünen, Pau als Exzellenz-Region im Bereich der Energiewirtschaft stärken – diese positiven Effekte bringt der Wasserstoffbus für die Region.

Beispiele für das Transformationspotenzial sind der Stadtteil Saragossa und das Viertel am Gave-Ufer: Marode Bausubstanz aus den 1960er-Jahren macht in Saragossa Platz für ein modernes Ökoquartier. Es gewinnt nicht nur als Wohnviertel mit sozialer Teilhabe an Attraktivität, sondern stärkt auch den lokalen Handel. Das Viertel am Gave-Ufer wiederum wird durch Wasserplätze, Kultur- und Sportangebote neu belebt. Zur nachhaltigen Energieversorgung wurde das Viertel an das kommunale Fernwärmenetz angeschlossen.

Titel
Eine neue Exzellenzbranche belebt Pau als Wirtschaftsstandort
Description / beschreibung

Ob das europäische Label Cap Cit’ergie (2018) oder das von der französischen Energie- und Umweltagentur ADEME vergebene Label Économie circulaire (Kreislaufwirtschaft, 2021): Pau ist Vorreiter der Wasserstoffmobilität auf nationaler und europäischer Ebene. Ihren Erfolg hat die Region ihrer historisch gewachsenen Expertise im Gassektor zu verdanken. Diese Expertise möchte Pau nun seinem Klimaaktionsplan entsprechend für den Ausbau erneuerbarer Energien, speziell für den Wasserstoff, nutzen und die wirtschaftliche Attraktivität der Region unterstützen.

Titel
Sind wasserstoffbetriebene Busse eine praktikable Alternative, um den CO2-Ausstoß des öffentlichen Verkehrs zu verringern?
Description / beschreibung

Die Erfahrungen aus Pau liefern wertvolle Informationen darüber, ob Wasserstoff-Brennzellenantriebe eine geeignete Alternative zu herkömmlichen Motoren sind. Auch in Städten wie Paris, Lyon, Nantes, Toulouse und Straßburg werden wasserstoffbetriebene Mobilitätslösungen getestet. Für Gebietskörperschaften, die sich mit „sauberen Fahrzeugen“ ausstatten wollen (wie zum Beispiel die Region Île-de-France bis 2029), stellt sich die Frage, ob Wasserstoff eine finanziell tragfähige Lösung ist: Die Kosten für Transportsysteme wie den Fébus sind sehr hoch und stellen ein Hindernis für ihre Entwicklung dar.

Titre / Titel

Die Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Zukunftswerk

Texte d'introduction / Einleitungstext

Für die ADEME ist Wasserstoff das fehlende Glied in der Energiewende, da er die Speicherung von erneuerbaren Energien ermöglicht. Wie können die praktischen Erfahrungen mit Wasserstoff-Mobilität aus Pau Kommunen jenseits des Rheins zugutekommen? Und wie sieht die Zukunft des Wasserstoffs konkret in Deutschland und Frankreich aus? Welche positiven Effekte können lokale Innovationen im Bereich der Energiepolitik und der Ausbau eines kommunalen Wärmenetzes auf eine nachhaltige Stadtentwicklung haben? Zu diesen Fragen tauschen wir uns mit Pau und den anderen Initiativen des 2. Arbeitszyklus aus.

Titre de la galerie / Galerietitel

Pau in Bildern

Images / Bilder
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Luftansicht von der Stadt Pau in Frankreich
Pau - Luftansicht ohne Fluß
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Foto: via Canva
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Flußansicht Pau
Pau - Fluß
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Ansicht vom Schloss von Pau
Pau - Schloss von vorne
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Pau - Luftansicht
Pau - Luftansicht
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Foto: Andrey Khrobostov via Canva
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Stadt von Pau und Gebirge
Pau - Gebirge
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Schloss von Pau - Luftansicht
Pau - Schloss
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Foto: via Canva
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Mehr erfahren über Pau

Texte d'introduction / Einleitungstext

Wirtschaftlicher Kontext:

Die Agglomeration Pau erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung, als in den 1950-er Jahren Gasvorkommen im Lacq-Becken entdeckt wurden. Große Akteure aus dem Gassektor, darunter Total Energies, siedelten sich im Großraum Pau an und sind auch heute noch in der lokalen Wirtschaft vorherrschend.

Politischer Kontext:

Pau gehört zum Kommunalverband Communauté d’agglomération Pau Béarn Pyrénées (kurz: Agglomération Pau), der 2017 gegründet wurde und 31 Kommunen umfasst. Der Verwaltungssitz befindet sich in der Stadt Pau. Seit 2014 ist François Bayrou, der 2007 die Zentrums-Partei MoDem (Mouvement démocrate) gründete, Bürgermeister von Pau. Er hat gleichzeitig den Vorsitz des Kommunalverbands Pau inne.